Viele Verklebungen scheitern nicht, weil der Klebstoff „schlecht“ ist – sondern weil der Untergrund falsch eingeschätzt wurde. In der Praxis ist das sogar einer der häufigsten Gründe für Reklamationen: Die Oberfläche wirkt stabil, ist aber nicht tragfähig, nicht sauber genug oder saugt dem Klebstoff Feuchtigkeit weg.
Wer Kleben als Verbindungstechnik wirklich sicher einsetzen will, sollte daher nicht zuerst fragen: „Welcher Klebstoff ist der richtige?“ sondern: „Ist mein Untergrund überhaupt klebetauglich?“
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie Untergründe fachgerecht bewerten, was Begriffe wie tragfähig oder saugfähig wirklich bedeuten – und wie Sie daraus die richtige Klebstoffwahl ableiten.
Was bedeutet „tragfähiger Untergrund“?
In technischen Datenblättern findet sich fast immer der Hinweis: „Nur auf tragfähigen Untergründen anwenden.“ Damit ist nicht einfach „hart“ gemeint. Ein Untergrund ist tragfähig, wenn er vier Kriterien erfüllt:
✔ Festigkeit
Keine losen, bröckelnden oder sandenden Schichten. Wenn sich Farbe oder Putz leicht abreiben lassen, ist die Oberfläche nicht tragfähig.
✔ Sauberkeit
Staub, Fett, Öl, Ausblühungen oder Trennmittel wirken wie eine unsichtbare Sperrschicht zwischen Klebstoff und Untergrund.
✔ Trockenheit
Ein dauerhaft feuchter Untergrund ist problematisch – nicht nur wegen der Haftung, sondern auch wegen möglicher Folgeschäden.
✔ Strukturelle Stabilität
Risse, Hohlstellen oder instabile Schichten schwächen die Basis. Der Klebstoff kann nicht stärker halten als das Material, auf dem er sitzt.
Beispiele: Tragfähig vs. nicht tragfähig
Typische tragfähige Untergründe
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- Beton, Mauerwerk, Naturstein
- Zement- und Putzflächen in gutem Zustand
- Holz (trocken, nicht vermodert)
- Metallflächen ohne Rost oder lose Beschichtungen
- Keramikfliesen
- Glas
- Aluminiumprofile
- Edelstahl
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Nicht tragfähig sind z. B.
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- abblätternde Farbanstriche
- lockerer Putz
- lose Tapeten
- bröseliger Gips
- feuchte, poröse Untergründe ohne Vorbehandlung
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Was bedeutet „saugfähig“ oder „porös“?
Neben der Tragfähigkeit ist die Saugfähigkeit entscheidend. Ein Untergrund gilt als saugfähig, wenn er offene Poren besitzt und Flüssigkeiten schnell aufnimmt.
Typische saugfähige Materialien sind:
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- Ziegel- und Kalksandstein
- unbehandelter Beton
- Zement- oder Kalkputz
- Gipskarton / Gipsfaserplatten
- Naturstein wie Sandstein
- unbehandeltes Holz
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Diese Untergründe sind nicht grundsätzlich schlecht – aber sie benötigen häufig eine andere Vorbereitung als glatte, nicht saugende Flächen. In vielen Fällen wird dafür ein geeigneter Primer oder eine Grundierung eingesetzt. Diese reduziert die Saugfähigkeit und verbessert die Haftung zwischen Untergrund und Klebstoff.
Warum Tragfähigkeit allein nicht reicht
Viele Untergründe sind zwar fest, aber gleichzeitig stark saugend. Und genau das kann bei bestimmten Klebstoffsystemen zu Problemen führen.
Wenn ein Untergrund dem Klebstoff Feuchtigkeit entzieht, kann das dazu führen, dass:
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- die Aushärtung ungleichmäßig abläuft,
- die Endfestigkeit geringer ausfällt,
- die Haftung lokal schwächer wird.
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Gerade bei modernen SMP-Klebstoffen (MS-Polymere / Hybridklebstoffe) spielt dieser Faktor eine zentrale Rolle.
SMP-Klebstoffe: Vielseitig – aber abhängig vom Untergrund
SMP-Klebstoffe (Silan-modifizierte Polymere) gehören zu den beliebtesten Montageklebstoffen im Bau- und Sanitärbereich. Sie sind elastisch, haften auf vielen Materialien und eignen sich hervorragend für dauerhafte Verbindungen.
Aber: Sie härten über Feuchtigkeit aus. Und damit wird der Untergrund zum entscheidenden Mitspieler.
Typische Herausforderungen:
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- zu wenig Feuchtigkeit → Aushärtung dauert sehr lange
- zu stark saugender Untergrund → Feuchtigkeit wird entzogen
- luftdichte Verklebung → Aushärtung kann verlangsamt oder unvollständig werden
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In solchen Fällen ist es oft nicht der „falsche Klebstoff“, sondern ein falscher Prozess.
So prüfen Sie den Untergrund in 2 Minuten (Praxis-Test)
Wer auf Nummer sicher gehen will, braucht keine Laborausrüstung – sondern nur drei einfache Tests:
1) Kratztest
Mit Spachtel oder Cutter prüfen: Löst sich Material ab? Dann ist die Oberfläche nicht tragfähig.
2) Wischtest
Mit einem trockenen Tuch abreiben: Bleibt Staub oder Kreide zurück? Dann muss vorbereitet oder grundiert werden.
3) Wassertropfen-Test
Ein Tropfen Wasser zeigt sofort das Saugverhalten:
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- zieht sofort ein → stark saugend
- bleibt stehen → wenig saugend
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Schnellcheck vor dem Kleben
Vor jeder Verklebung sollten drei Fragen geklärt sein:
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- Ist der Untergrund tragfähig?
- Ist die Oberfläche sauber und entfettet?
- Ist die Saugfähigkeit berücksichtigt?
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Wenn diese drei Punkte erfüllt sind, steht einer sicheren Klebeverbindung meist nichts mehr im Weg.
Merksätze, die auf jeder Baustelle funktionieren
Tragfähig: „Hält der Untergrund sich selbst?“
Saugfähig: „Saugt er mir das Wasser aus dem Kleber?“
Nur wenn beides passt – fest und richtig vorbereitet – entsteht eine dauerhaft sichere Verbindung.
Profi-Tipp von i.GLUE
Viele unterschätzen, wie schnell eine gereinigte Fläche wieder verunreinigt ist. Nach dem Entfetten nicht mehr berühren. Handschweiß und Hautfett wirken wie ein Trennfilm – und können eine perfekte Haftung ruinieren, bevor überhaupt geklebt wurde.
„Die meisten Klebeprobleme entstehen nicht beim Kleben – sondern in den zwei Minuten davor.“
–Peter Fichte, Geschäftsführer & Klebeprofi, i.GLUE Systems
Wie finde ich den richtigen Klebstoff?
Wenn der Untergrund bewertet ist, entscheidet sich die Klebstoffwahl über vier Faktoren:
1) Materialpaarung
Was wird verklebt? Glas auf Fliese? Metall auf Beton? Kunststoff auf Holz?
2) Beanspruchung
Welche Kräfte wirken? Zug, Scherung, Schälkräfte, Vibrationen?
3) Feuchtigkeit
Ist es ein Nassbereich? Außenbereich? Muss die Verbindung gleichzeitig abdichten?
4) Aushärtungsbedingungen
Ist die Verklebung offen (Luftkontakt) oder zwischen zwei dichten Flächen? Wie schnell muss es belastbar sein?
5) Muss man saugende Untergründe immer grundieren?
Nicht immer. Bei stark saugenden Materialien kann eine Grundierung oder ein Primer sinnvoll sein, um die Saugfähigkeit zu reduzieren und eine gleichmäßige Aushärtung des Klebstoffs zu ermöglichen.
Was i.GLUE in der Praxis anders macht (und warum das relevant ist)
In der Praxis zeigt sich: Viele Montageprobleme entstehen nicht durch mangelnde Klebstoffleistung, sondern durch schwierige Einbausituationen – etwa luftdichte Verklebungen oder Zeitdruck auf der Baustelle.
Bei vielen Anwendungen – besonders im Sanitärbereich oder bei flächigen Verklebungen – kommt es nicht nur auf Haftung an, sondern auf eine entscheidende Frage:
Härtet der Klebstoff zuverlässig aus, auch wenn wenig Luft an die Klebestelle kommt?
Genau dafür wurden die i.GLUE Systeme entwickelt.
✔ 2K-Aushärtung – auch bei luftdichten Verklebungen
✔ Schnelle Aushärtung (ca. 4 Stunden) – ideal für enge Zeitfenster
✔ Gefahrstoffkennzeichnungsfrei – sicheres Handling
✔ Rückstandslos entfernbar – ideal für Renovierungen
✔ Einfaches Handling – Beutel-/Systemlösungen für reproduzierbare Ergebnisse
✔ Made in Germany / REACH-konform
Wichtig: Diese Vorteile sind nicht „Marketing“, sondern genau die Antworten auf typische Baustellenprobleme: zu wenig Luft, zu wenig Zeit, zu viel Risiko.
Fazit: Wer den Untergrund versteht, klebt dauerhaft sicher
Kleben ist eine hoch zuverlässige Verbindungstechnik – wenn Untergrund, Vorbereitung und Klebstoffsystem zusammenpassen.
Wer diese drei Punkte beherrscht, erreicht:
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- stabile, dauerhafte Haftung
- saubere Optik
- weniger Reklamationen
- deutlich mehr Prozesssicherheit
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Und genau das ist der Anspruch, den i.GLUE Systems in Beratung und Produktentwicklung verfolgt: Kleben nicht als Bastellösung – sondern als professionelle Montagetechnik.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum hält eine Verklebung manchmal nicht dauerhaft?
In den meisten Fällen liegt die Ursache nicht am Klebstoff selbst, sondern am Untergrund oder an der Vorbereitung – z. B. durch lose Schichten, falsche Reinigung oder ungeeignete Aushärtungsbedingungen.
Wie erkenne ich, ob ein Untergrund tragfähig ist?
Ein Untergrund ist tragfähig, wenn er fest, sauber, trocken und stabil ist. Lässt sich Material abkratzen, abreiben oder löst sich eine Schicht, ist er nicht für eine direkte Verklebung geeignet.
Welche Rolle spielt die Saugfähigkeit des Untergrunds beim Kleben?
Saugfähige Untergründe können dem Klebstoff Feuchtigkeit entziehen. Das kann die Aushärtung beeinträchtigen und die Endfestigkeit reduzieren, wenn der Untergrund nicht entsprechend vorbereitet wird.
Reicht Reinigen vor dem Kleben aus?
Reinigen ist notwendig, aber nicht ausreichend. Nach dem Entfetten darf die Oberfläche nicht mehr berührt werden, da Hautfett oder Handschweiß die Haftung deutlich verschlechtern können.
Welcher Klebstoff ist der richtige für meine Anwendung?
Die Klebstoffwahl hängt von mehreren Faktoren ab: Materialpaarung, Belastung, Feuchtigkeitseinfluss und Aushärtungsbedingungen. Erst wenn diese Punkte geklärt sind, lässt sich ein passendes System sinnvoll auswählen.
Für Planer, Hersteller und SHK-Betriebe
Die i.GLUESYSTEMS GmbH unterstützt Kunden von der Problemanalyse über die Entwicklung bis hin zu Prüfung, Zertifizierung, Zulassung und Schulung von Klebemontagen.
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