Kleben gilt heute als leistungsfähige und saubere Montagetechnik. Doch nicht jedes Produkt lässt sich direkt verkleben. In der Praxis scheitert es oft nicht am Klebstoff, sondern an der Geometrie oder dem Material des Bauteils.
Zu kleine Klebeflächen, ungünstige Formen oder Kunststoffe wie PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen) stellen Verarbeiter regelmäßig vor Herausforderungen. Dieser Artikel zeigt, wie sich solche Produkte dennoch sicher kleben lassen – mit durchdachten Montagelösungen statt Kompromissen.
„Nicht jedes Bauteil ist klebbar – aber fast jede Montage ist lösbar, wenn man die Konstruktion mitdenkt.“
–Peter Fichte, Geschäftsführer & Klebeprofi, i.GLUE Systems
Warum manche Produkte nicht direkt klebbar sind
Dass eine Verklebung nicht funktioniert, hat meist klare technische Gründe:
Ungünstige Geometrie
Typische Probleme sind:
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- zu kleine Klebeflächen
- schmale oder punktuelle Auflageflächen
- ungünstige Kraftverteilung
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Der Klebstoff hätte theoretisch genug Festigkeit – die Fläche reicht jedoch nicht aus, um Kräfte sicher aufzunehmen.
Schwierige Materialien
Einige Kunststoffe besitzen eine sehr niedrige Oberflächenenergie. Dazu zählen insbesondere:
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- Polypropylen (PP)
- Polyethylen (PE)
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Diese Materialien bieten selbst für hochwertige Klebstoffe nur geringe Haftung – eine dauerhafte Direktverklebung ist ohne zusätzliche Maßnahmen kaum möglich.
Typischer Denkfehler aus der Praxis
Häufig wird versucht, das Problem mit „mehr Klebstoff“ zu lösen. Das führt zu:
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- unsauberen Verklebungen
- unkontrollierter Aushärtung
- und trotzdem keiner dauerhaften Verbindung
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Mehr Klebstoff ersetzt keine fehlende Klebefläche.
Der konstruktive Ansatz: Kleben über eine Montageebene
Wenn ein Produkt selbst nicht klebbar ist, wird nicht das Produkt verändert, sondern die Montageart.
Der bewährte Weg: Eine klebbare Montageplatte übernimmt die Verbindung zum Untergrund – das Produkt wird anschließend mechanisch befestigt.
So werden Kleben und Mechanik sinnvoll kombiniert – kleben statt bohren, ohne die Bausubstanz zu beschädigen.
Montageplatten kleben: Die Lösung für nicht klebbare Produkte
Für genau diese Fälle bietet i.GLUESYSTEMS Klebe-Montageplatten in verschiedenen Geometrien an. Sie bilden eine stabile, klebbare Schnittstelle zwischen Untergrund und Bauteil. Damit wird die Klebefläche vergrößert und die Last kontrolliert in den Untergrund eingeleitet.
Aufbau der Klebe-Montageplatten
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- Material: Edelstahl
- zentrierter Einpress-Gewindebolzen
- metrische Gewinde M3 bis M8
- verschiedene Gewindelängen verfügbar
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Die Montageplatte wird vollflächig verklebt, das eigentliche Produkt anschließend verschraubt – sauber, exakt und zerstörungsfrei.
„Die Montageplatte vergrößert nicht nur die Klebefläche, sie sorgt vor allem für eine definierte Krafteinleitung.“
–Peter Fichte
Vorteile dieser Montagelösung in der Praxis
✔ Kleben trotz problematischer Materialien
Auch PP-, PE- oder komplex geformte Bauteile lassen sich sicher montieren – ohne direkte Verklebung des Materials.
✔ Zerstörungsfreie Montage
Keine Bohrungen, keine Beschädigung von Fliesen, Abdichtungen oder Oberflächen.
✔ Hohe Flexibilität
Unterschiedliche Plattengrößen und Gewinde erlauben die Anpassung an nahezu jede Anwendung.
✔ Rückbaufreundlich
Produkte können demontiert und ersetzt werden, ohne den Untergrund zu beschädigen.
Der Ablauf in der Praxis
1) Untergrund prüfen und vorbereiten
Der Untergrund muss tragfähig, sauber und entfettet sein.
2) Montageplatte verkleben
Die Edelstahlplatte wird mit einem geeigneten Klebstoff vollflächig aufgebracht und spannungsfrei positioniert.
3) Aushärtung abwarten
Während der Aushärtung keine Belastung oder Korrektur. Die Aushärtezeit richtet sich nach Klebstoffsystem und Umgebungstemperatur.
4) Produkt montieren
Nach Erreichen der Endfestigkeit wird das Bauteil über den Gewindebolzen sicher verschraubt.
Profi-Tipp von i.GLUE
Wenn ein Bauteil nicht klebbar ist, nicht improvisieren. Eine klar definierte Montageebene ist immer stabiler als eine „gerettete“ Direktverklebung.
„Gute Klebelösungen entstehen nicht durch mehr Kraft, sondern durch bessere Konstruktion.“
–Peter Fichte
Typische Anwendungsfälle
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- Bad- und Sanitäraccessoires mit ungünstiger Geometrie
- Halterungen aus PP oder PE
- Technische Bauteile mit kleinen Auflageflächen
- Nachrüstungen im Bestand ohne Bohren
- Anwendungen mit späterem Demontagebedarf
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Häufige Fragen (FAQ)
Warum lassen sich PP und PE so schlecht kleben?
Diese Kunststoffe besitzen eine sehr niedrige Oberflächenenergie, wodurch Klebstoffe nur schlecht haften.
Kann ich nicht einfach einen stärkeren Klebstoff verwenden?
Nein. Ohne ausreichende Klebefläche oder Haftung hilft auch ein stärkerer Klebstoff nicht dauerhaft.
Für Planer, Hersteller und SHK-Betriebe
Die i.GLUESYSTEMS GmbH unterstützt Kunden von der Problemanalyse über die Entwicklung bis hin zu Prüfung, Zertifizierung, Zulassung und Schulung von Klebemontagen.
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